• Begleiten
  • Nachfolge
  • Einblicke
  • Werk:log
  • Über
  • Begleiten
  • Nachfolge
  • Einblicke
  • Werk:log
  • Über
  • Veranstaltungen
  • Presse
  • Kontakt
  • Zeit zum FUSEIN

Werkraum für
unternehmerische
Familien

Werkraum für
unternehmerische
Familien

[-]
#100 • 22. Juli 26

Was bleiben soll und was gehen darf: Vom Vermächtnis in Unternehmerfamilien.

Ein Gastbeitrag von Heiko Kleve • #Unternehmen

Was bleiben soll und was gehen darf: Vom Vermächtnis in Unternehmerfamilien.

In meinen Gesprächen mit Unternehmerfamilien taucht häufig eine zentrale Frage auf: Wie können wir uns mit den Stärken unserer Herkunft verbinden und zugleich das Belastende hinter uns lassen? Zwischen diesen beiden Bewegungen entsteht ein systemischer Beziehungsraum, der für die Zukunftsfähigkeit von Familie und Unternehmen entscheidend ist. Für die Ermöglichung und die Gestaltung dieses Beziehungsraumes habe ich ein Vermächtnismanagement für Unternehmerfamilien entwickelt, das ich knapp skizzieren möchte.

 

Das «ganze» Vermächtnis, Belastendes und Stärkendes, wirkt weiter

 

Unternehmerfamilien tragen mehr als Unternehmenseigentum, Verantwortung und Vermögen weiter. Auch Erfahrungen, Haltungen und ebenso Konflikte wirken über Generationen hinweg fort. Besonders dort, wo Themen unausgesprochen und unverarbeitet bleiben (etwa ungeklärter Streit zwischen Unternehmensgründern, z. B. Geschwistern, die Familienstämme begründet haben), entfalten sie oft eine stille, aber prägende Kraft. Konflikte der prägenden Ahnengeneration zeigen sich dann in der Zusammenarbeit auch von Cousinen und Cousins, ohne dass ihr Ursprung noch klar benannt werden kann.

Gleichzeitig liegt in der Geschichte jeder Unternehmerfamilie ein enormes Potenzial. Gründungsmut, Krisenfähigkeit, unternehmerische Intuition – all das sind Ressourcen, die auch heute tragen können, die die Gegenwart bereichern.
Sich bewusst mit diesen Qualitäten zu beschäftigen, heisst, sie nicht nur zu erinnern, sondern als lebendige Kraft für aktuelle Herausforderungen verfügbar zu machen, sich mit ihnen (denkend, fühlend, handelnd) zu verbinden und die Kraft, die davon ausgeht, zu nutzen.

Doch diese Verbindung gelingt nur, wenn auch eine andere Bewegung möglich wird: die Trennung vom Belastenden.
Das setzt voraus, Konflikte und Spannungen der Vergangenheit überhaupt anzuerkennen und bewusst anzuschauen. Erst wenn sichtbar wird, was war, kann entschieden werden, was nicht weitergetragen werden soll. Diese bewusste Abgrenzung schafft Klarheit und eröffnet Handlungsspielräume im Hier und Jetzt.

 

Beziehungsräume für bewusste Übergänge schaffen

 

In meiner Praxis zeigt sich, dass solche Prozesse nicht allein kognitiv geschehen, vielmehr sind sie hoch emotional. Zumeist braucht es Formen, in denen das Erlebte spürbar wird: Gespräche, gemeinsame Reflexion oder auch symbolische Handlungen, etwa innerhalb von Systemischen Aufstellungen. Diese unterstützen dabei, das Verbindende (also die Ressourcenkräfte der Vergangenheit) zu stärken und das, was es von der Gegenwart zu trennen gilt (die alten Probleme und Konflikte) bewusst von der aktuellen Generation zu differenzieren. So entsteht das, was die Mitglieder der Gegenwartsgeneration untereinander benötigen: horizontales Commitment.

 

Generationendienlichkeit ermöglichen

 

Dort, wo es gelingt, sich mit den Ressourcen der Herkunft zu verbinden und sich zugleich von überholten Konflikten zu lösen, entsteht schliesslich etwas Drittes: ein Vermächtnis, das nicht mehr belastet, sondern kraftvoll trägt. Das ist bestenfalls ein Unternehmertum, das sowohl in der Gegenwart wirksam ist als auch den kommenden Generationen dient.

 

Univ.-Prof. Dr. Heiko Kleve, Inhaber des WIFU-Stiftungslehrstuhl für Organisation und Entwicklung von Unternehmerfamilien sowie Geschäftsführender und Akademischer Direktor am Wittener Institut für Familienunternehmen (WIFU), Universität Witten/Herdecke. Heiko Kleve forscht und berät zu allen psychosozialen Fragen innerhalb von Unternehmerfamilien, zum Generationsübergang bzw. Nachfolgeprozess, zur Familienstrategieentwicklung sowie Family Governance und ist Mitglied im Beirat von FUTUN. Heiko Kleve verbindet mit FUTUN die Leidenschaft für unternehmerische Familien, die in einer sich rasant wandelnden Welt vor der Herausforderung stehen, ihre Unternehmen erfolgreich in die Zukunft zu führen. Diese transgenerationale Aufgabe ist zentrales Thema von seiner wissenschaftlichen Forschung und Beratungsarbeit.

* Vgl. ausführlich dazu Heiko Kleve (2025): Vermächtnismanagement in Unternehmerfamilien – Passendes weiterführen, Problematisches ablegen. Praxisleitfaden. Witten: WIFU-Stiftung sowie Heiko Kleve (2026): Die Kraft der Generationen. Von erfolgreichen Unternehmerfamilien lernen. München: Langen Müller.

Weitere Beiträge

Sein und Tun: Der Doppelpunkt macht den Anfang. [+]

[+]

#1 • 13. September 21 Sein und Tun: Der Doppelpunkt macht den Anfang.
Ein Einblick in das Wirken von FUTUN
Rekubation: Warum Familienunternehmen das eigene Geschäft neu gründen müssen. [+]

[+]

#99 • 2. Juli 26 Rekubation: Warum Familienunternehmen das eigene Geschäft neu gründen müssen.
Ein Gastbeitrag von Korbinian Richter
Mit uns reden.

werkraum@futun.ch
+41 44 389 80 80
LinkedIn
Zeit zum FUSEIN
Veranstaltungen
Presse
Datenschutz
Impressum
Kontakt
LinkedIn
Impressum
Datenschutz
Mit uns reden.

werkraum@futun.ch
+41 44 389 80 80
LinkedIn
Zeit zum FUSEIN
Veranstaltungen
Presse
Datenschutz
Impressum
Kontakt
LinkedIn
Impressum
Datenschutz
ALLES   NICHTS
EINATMEN   AUSATMEN
TUN   SEIN*
01   00
Nichtstun - Animiertes Icon, welches sich dreht

* Fehlt Ihnen manchmal die Zeit oder der Raum, um einfach Familie zu sein?
Neben der Arbeit an Ihren Zielen helfen wir Ihnen gern, Tun und Sein ins Gleichgewicht zu bringen.
Mehr dazu erfahren Sie von uns persönlich oder bei einem unserer Vorträge.